Pflichtlektüre: Grundkurs gutes Webdesign

Buchansicht, Cover mit schematisch zerlegter Website

Das Hunde-Katzen-Verhältnis zwischen Entwicklern und Grafikern ist uns ja immer wieder ein willkommenes Thema. Nicht nur, weil es eine der drolligeren Schnittstellen im Agenturalltag ist.
Tatsächlich glauben wir an das Wunder, dass beide Fraktionen lernfähig sind (natürlich kennen wir auch auf beiden Seiten Profis, die diesen Graben längst überwunden haben).
Die Aussichten, dass stilistisch gebildeteren Webcodern irgendwann mehr Designer mit technisch realisierbaren Entwürfen begegnen, dürften mit der bemerkenswerten Zweitauflage des Rheinwerk-Verlages „Grundkurs gutes Webdesign“ deutlich steigen.

Grundlagen für Designer und Programmierer

In acht Kapiteln behandelt Björn Rohles Grundlagen der Gestaltungskonzeption, erklären Einsteigern die Grundlagen von HTML und CSS auf aktuellstem Stand – wobei auch die Verfügbarkeit der Standards in den Browsern genau erörtert wird – und führen an Farblehre, Typografie und Rastersysteme heran.
Gerade Quereinsteiger, die alles »ein bisschen« können, finden hier fundiertes Wissen zum Vertiefen und Nachschlagen.
Gemeistert wurde zudem die gößte Hürde solcher Basiswerke: weder zu oberflächlich zu sein (in jedem Kapitel werden auch Fortgeschrittene Neues finden) noch zu vertiefend in Details abzuschweifen.

Praxisnahe Beispiele für gutes Webdesign

Im neunten Abschnitt wird dann schließlich das Thema Usability und Performance betrachtet, denn was nützt das schönste Design, wenn die Ladezeiten unerträglich werden oder die Benutzung den Durchschnittsuser überfordert. Zudem bieten zahlreiche Links die Möglichkeit zu einer Vertiefung einzelner Aspekte des Webdesigns.
Gute grafische Beispiele helfen nicht nur, im Lesefluss zu bleiben (weil man nicht alles ausprobieren muss um es sich vorstellen zu können) und sind überwiegend so reduziert, dass das Wesentliche klar wird. Zudem werden immer wieder reale Seiten vorgezeigt, an denen sich der Leser dann analytisch vertiefen kann.
Im letzten Abschnitt wird ein Musterprojekt erstellt, in dem die vorher besprochenen Kenntnisse noch einmal zusammenhängend eingesetzt werden.

Ein durchdacht strukturiertes Handbuch, das als Nachschlagewerk bei jedem greifbar sein sollte, der sich gestalterisch oder umsetzend mit Webentwicklung befasst.

511 Seiten, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2017, broschiert, in Farbe
Rheinwerk Design, ISBN 978-3-8362-4404-6

Auch als E-Book erhältlich.