Digital an Rhein und Ruhr

Düsseldorfer Hafen vom Rheinturm aus Richtung Südwesten

Cyberspace. Eine Ortsangabe, die für wagemutigere iPad-Nutzer, Innenminister und geschätzt immer noch ein Drittel der Bevölkerung etwas elektrisierendes hat. Dieses gerade mal zwei Jahrzehnte entdeckte Neuland.

Wer dort lebt und arbeitet, dem werden sich schon beim Nennen des Begriffs “Cyber” die Buchstaben von der Tastatur ablösen und der Mief von verrauchten Büros der Neunziger in die Nase kriechen.

Dennoch hat der virtuelle Raum auch für jene, die ihn täglich ausgestalten, seine Faszination bewahrt.

Die permanente Selbstüberholung in der Webentwicklung, immer schnellere mobile Datenbewegungen, mehr zu optimierender Content und nicht mehr zu beherrschende Sicherheitslücken halten uns in Bewegung bis zur Schnappatmung.

Die Digitale Realität ist auch nicht besser

Und gleichzeitig bedeutet es für viele Professionals Korrektur-Überstunden an gnadenlos veralteten Unternehmenswebseiten, öde Pflegearbeiten im Maschinenraum und ein Kampf mit den UX-Phantasien von Kunden, die, wenn auch irgendwie machbar dann doch völlig sinnfrei sind.

Digital ist der ältere Begriff für diese junge Welt. Seine Null-Eins-Schlichtheit umfasst alles zwischen Software- und Webprogrammierung und Hochlastservertechnologie. Im digitalen Business werkeln Marketingentscheider, Grafiker, Coder, SEO-Experten, Onlinemarketer, Administratoren und Netzwerker. Die Berufe sind verschiedener als die dabei konsumierten Drinks und Freizeitinteressen der Tätigen.

Aber ob Clubmate, Cola oder Selleriesmoothie, Yoga oder Call of Duty – Stillstand ist unmöglich, das Allerneueste gleich Alltag.

Virtualität schön und gut, bleiben wir auf dem Boden. Denn irgendwann will man auch mal wieder Menschen sehen, die einen verstehen. Nicht die Grafiker, Nerds, Verkäufer aus der eigenen Firma mit denen man sich nicht mal auf einen Drink einigen könnte.

Maximale Netzwerkdichte

Die Meetup- und Netzwerkkultur hat sich da ganz gut entwickelt, für nahezu jeden Schwerpunkt finden sich Treffen und das Essen wird dort auch immer besser. Und neben dem fachlichen Austausch findet sich dort vielleicht auch ein neuer Arbeit-/Auftraggeber – denn zum Glück ist kaum ein Digitalworker an seinen Arbeitsplatz gebunden. Wenn das Startup oder der Versicherungskonzern unseren Vorstellungen nicht mehr entsprechen, lauern die Headhunter schon auf Spuren im Sozialprofil.

Bei allen Möglichkeiten, die das Netz bietet ist auch für viele Dienstleister Regionalität ein Vorteil. Das direkte Gespräch, eine gemeinsame Sprache und Verfügbarkeit vor Ort sind immer noch hochbewertete Faktoren, Nachbarschaft hat immer noch mehr Features als Slack.

Die Konzentration auf eine Region ist also kein Widerspruch zur digitalen Welt, sie ist für die digitalen Experten die erste Gemeinsamkeit nach der Tastatur.

Die Metropolregion Rhein-Ruhr, von Bonn über Duisburg oder das Bergische Land bis Hamm ist ein Gebiet mit vielen Netzaktiven, die sich am selben Tag begegnen können. In Köln arbeiten und in Bochum leben ist möglich. Täglich bewegen sich unsere Leser mobil durchs Netz. So oder so.

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