Künstliche Übersetzung – intelligenter als Google?

Smartphone, oben Originaltext in Englisch, darunter der von DeepL übersetzte Text auf Deutsch
Bild: DeepL GmbH

Bereits seit 2009 betreibt das Kölner Unternehmen Linguee als Onlinewörterbuch zur Übersetzung von zahlreichen Fremdsprachen, darunter neben den europäischen Sprachen auch Japanisch und Chinesisch. Anders als die bekannten Anbieter LEO oder dict.cc setzt die Linguee-Website dabei auf eine Suchmaschine, mit der sich auch Sätze und Kombinationen übersetzen lassen. Der Ex-Google-Mitarbeiter Gereon Frahling und sein Partner Leonard Fink erhielten für diese Idee schon 2008 den Hauptpreis des Gründerwettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Doch in Übersetzungsfragen hatte bisher ein bekannterer Player die Aufmerksamkeit auf seiner Seite: Google hat mit seinem Translate-Service für viel Aufsehen gesorgt – zum einen, weil die Ergebnisse recht lesbar sind und inzwischen klar ist, dass hier Künstliche Intelligenz (KI) im Hintergrund wirkt. Mit den Rechenkapazitäten, die der Gigant aus Mountain View, Kalifornien, zur Verfügung hat, schien das Rennen erstmal gelaufen.

Aber damit sind wir wieder bei dem, vergleichsweise kleinen, Unternehmen aus Köln. Mit der DeepL GmbH nahmen die Spezialisten von Linguee die Herausforderung an und entwickelten einen maschinellen Volltext-Übersetzer, der sich sehen lassen kann. Insgesamt sieben Sprachen werden in kürzester Zeit online übersetzt (das entspricht 42 Kombinationsmöglichkeiten), bis Anfang 2018 sollen es 230 Sprachkombinationen werden.

Ermöglicht wird diese digitale Leistung durch einen Großrechner in Island (wo, wie wir aus der Bitcoinszene wissen, die Energiekosten für Rechenleistung niedrig sind), 1 Million Wörter können so pro Sekunde übersetzt werden.

DeepL lernt aus einer Milliarde Übersetzungen

Bild: DeepL GmbH

Inzwischen sind die Gründer von DeepL optimistisch, dass Sie das besser als Google werden können – alleine die durch Linguee gewonnenen Daten bilden einen Vorsprung, denn Rechnerkraft ist in der KI nicht alles, auch die Datenmengen zum Lernen müssen gegeben sein. Und mit einer Milliarde übersetzter Sätze hat DeepL hier einiges zu „fressen“.

Außerdem arbeitet DeepL mit „Convolutional Neural Networks“, im Gegensatz zu Googles Ansatz, den „Recurrent Neural Networks“ – wer sich für die Unterschiede interessiert findet im Neural-Network-Zoo eine Einführung. Mehr wird von den Machern nicht verraten.

Während Linguee mit inzwischen 10 Milliarden Seitenaufrufen sich hauptsächlich aus Werbung finanzierte, soll DeepLs Geschäftsmodell auf APIs für andere Angebote basieren, mit denen dann in Übersetzungen für Assistenten, Sprachlerntools etc. erstellt werden können.

Allerdings ist die Hilfe zum Verständnis von Fremdsprachen nicht das einzige Ziel von DeepL: „Unsere Ambitionen beschränken sich nicht auf Übersetzungen“, sagt Gereon Frahling. „Die neuronalen Netze haben ein unglaubliches Sprachverständnis entwickelt. Das eröffnet uns viele aufregende Möglichkeiten für die Zukunft.“

 

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1 Kommentar

  1. Ergänzung: Wir haben mal einen beliebigen Text über künstliche Intelligenz aus dem polnischen http://businessinsider.com.pl/ übersetzen lassen.

    GOOGLE: „Das Team hat die Zielsoftware benannt. Holen Sie sich von Punkt A zu Punkt B in der virtuellen Welt. Keine „Show“ Wie zu bewegen, wie zu Schritt, wie man ein Gleichgewicht zu fangen Modelle sind mit virtuellen Sensoren ausgestattet, die Informationen über die Richtung geben, in die der Körper zielt und welche Hindernisse auf der Straße sind.“

    DeepL: „Das Team setzte sich ein Softwareziel. In der virtuellen Welt von A nach B kommen. Er hat nicht „gezeigt“, wie man sich bewegt, wie man Schritte unternimmt, wie man das Gleichgewicht einholt. Die Modelle waren mit virtuellen Sensoren ausgestattet, die Auskunft darüber gaben, in welche Richtung sich der Körper bewegt und welche Hindernisse sich auf der Straße befinden.“

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