Alle wollen WordPress

Verzerrter Auschnitt der WordPress-Eingabemaske dieser Seite

Kein anderes CMS hat geschafft, was die Entwickler von WordPress erreichten – 27 % aller Webseiten (und über 50 % aller Seiten, die mit einem CMS erstellt wurden) nutzend das beliebte System.
Dabei löste die Bezeichnung CMS vor nicht all zu langer Zeit noch wenigstens Stirnrunzeln aus – war WordPress doch eigentlich ’nur‘ als Blogsystem erschaffen worden.
In der Tat war es auch genau diese Funktion: Mehr oder weniger unverzichtbare Langtextmitteilungen von Menschen, die sich einem bestimmten Thema (oder nur ihrer Selbstdarstellung) verschrieben hatten, bereit zu stellen.
Schön eins nach dem anderen, ein digitales, öffentliches Tagebuch.
Die einfache Erweiterbarkeit des OpenSource-Systems ließ schnell ein Ökosystem mit tausenden Erweiterungen (Plugins) entstehen, die nahezu alles, was irgendwo im Netz machbar war, auch innerhalb einer WordPress-Seite ermöglichten.
Zudem bot der entspannte Umgang mit kostenpflichtigen Premium-Versionen einen Anreiz für Entwickler, immer professionellere Plugins anzubieten.
Während sich technisch mächtigere CMS-Anbieter, wie z.B. die TYPO3-Entwickler, bis heute nicht mit dieser Vermarktung anfreunden konnten, ließ WordPress mit einem Füllhorn an userfreundlichen, leicht installierbaren Erweiterungen alle Wettbewerber im Schatten stehen.

Alles hat Grenzen

Doch auch die beeindruckenden Möglichkeiten des WordPress-Systems muss man realsitisch sehen. Für große, lastreiche Seiten ist es schwer zu verwenden, Lösungen für Caching, komplexe Contentmengen oder gar Mehrsprachigkeit sind nicht im System angelegt sondern werden durch Plugins ergänzt. Das das anfänglich leichtgewichtige WordPress damit schwerfällig und für den typischen Nutzer kaum noch handelbar ist, leuchtet ein.

Die mit Abstand höchste Verbreitung ist zudem nicht nur ein Pro-Argument. Denn nicht zuletzt deshalb sind WordPress-Seiten ein beliebtes Ziel für Angriffe aus dem Netz.
Da auch unerfahrene Nutzer auf billigen Hostings ohne Support schnell eine Seite erstellen können, werden sicherheitsrelevante Aspekte oft missachtet. Werden das System selbst oder die zahlreichen Plugins nicht regelmäßig geupdatet (sofern es für exotische Erweiterungen überhaupt Aktualisierungen gibt) werden die bekannt gewordenen Sicherheitslücken schnell zu einer offenen Tür für Potenzmittelwerbung, Trojaner und anderen Müll.

Fazit:

Für eine schnell erstellte, gut aussehende Website ist WordPress eine gute Wahl. Mit Plugins lassen sich die zeitgemäßen Funktionen ergänzen.
Die gigantische Auswahl an Themes ermöglicht auch ausgefallene Designs (das meist ähnliche Aussehen liegt eher am Zeitgeist als an den Möglichkeiten).
Allerdings sollten regelmäßige Aktualisierungen fest eingeplant werden. Im Netz finden sich zudem einige wesentliche Tipps, worauf der Betreiber achten sollte, um halbwegs sicher vor dem Hack seiner Seite zu sein.

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